Dr. Stefan Frädrich – Das Günter-Prinzip (Teil 2): Der Erlebnisbericht

Das Wichtigste in Kürze


  • Entscheide Dich:
    Stell Dir diese eine Frage und die Entscheidung fällt Dir leicht
  • Ein Leben in Balance:
    Sorge dafür, dass Dein Leben in diesen sechs Bereichen im Gleichgewicht ist
  • Genieß und mach Pause:
    Bewusstes Genießen und Ausruhen zur rechten Zeit bringt Energie

 Hier geht’s zu Teil 1 mit Stefan Frädrich „Das Günter-Prinzip“

Günter kommt!

Nach der ersten Kaffeepause (die für mich hier im Park Inn in Köln ein zweites Frühstück mit gesundem Obstsalat ist) startet der zweite Teil des Seminars zum Thema Motivation mit Dr. Stefan Frädrich:

Nach dem ersten Teil zum Zieleereichen wird im zweiten Teil der innere Schweinehund namens Günter eine große Rolle spielen. Bevor wir Günter kennen lernen, stellt sich Stefan Frädrich ausführlich vor. Lustig, dass er dies macht, nachdem wir schon einen Tag Seminar mit ihm hinter uns haben. Damit wird noch mal klar, dass jetzt ein eigener, zweiter Teil beginnt.

Dr. Stefan Frädrich – Sein Leben bislang

Seine wichtigsten Stationen: in Schwäbisch Hall geboren, Medizinstudium, promoviert, in der Psychiatrie gearbeitet, Ausbildung zum Betriebswirt (IHK), Geschäftsführer eines Textilhandels. Dann hat er seine Leidenschaft entdeckt: Seit fast 15 Jahren ist er jetzt als Trainer und Speaker unterwegs und er ist der Gründer von GEDANKENtanken: dort hat er erst Rednernächte organisiert, dann eine Akademie für Führungskräftetrainings geschaffen und zuletzt die Ausbildung zum Management-Trainer (dort befinde ich mich gerade mittendrin).

Entscheidend für seinen Weg war dieses Ereignis: Während Stefan Frädrich auf einer Station mit depressiven Patienten gearbeitet hat, hat er sich dabei ertappt, dass er die Gespräche mit den Patienten nur noch automatisiert und nicht mehr bewusst und präsent führt. Er fühlte sich im falschen Film.
In einer Buchhandlung entdeckte er damals folgendes Buch:

Mithilfe des Buches Der kleine Taschentherapeut: In 60 Sekunden wieder ok  konnte er den Menschen auf einmal viel schneller helfen als mit dem, was er im Studium gelernt hatte. Zwei Gedanken schossen in seinen Kopf:
„Was, wenn Menschen nicht in Problemen baden müssen, sondern wenn sie handhabbare Rezepte bekommen können, die funktionieren?“ Und: „Wenn dieses Buch so gut ist, welche kenne ich dann noch nicht?“

Seitdem befindet er sich auf dem Pfad der persönlichen Weiterentwicklung. Nach einem Intermezzo in der Geschäftsführung eines Textilhandels (hier lernte er, dass Unternehmersein genau der Beruf ist, den er suchte) machte er sich selbstständig als Trainer und Coach.

Schnell wird ihm klar, dass er in diesem Riesenmarkt etwas finden muss, das ihn von anderen unterscheidet. Er erfindet Günter, den inneren Schweinehund. Ein befreundeter Comiczeichner (Timo Wuerz) entwirft einen sympathischen Hund mit Schweinsnase und fertig ist das kreative Motivationsbuch. Günter ist übrigens Stefan Frädrichs verhasster zweiter Vorname!

Nach einigen Tälern wurde Günter zu einem Riesenerfolg, im Jahr 2014 wurde das einmillionste Buch verkauft!

 

Procrastination is bad for you!

In diesem Teil des Seminars kommen zur Multimedia-Show niedliche und lustige Comics des Schweinehunds Günter dazu.

Jetzt geht es um Schwarzwälder Kirschtorte:
„Wer kann sie backen?“ Wenige Hände gehen nach oben, kann ich nicht. „Wer kann sie essen?“ Viele Hände, kann ich.

Nicht immer nur essen, auch mal backen!

Im Laufe des Tages erhalten wir das Rezept, nicht nur für Schwarzwälder Kirschtorte, sondern auch fürs Machen:
„Geht raus heute Abend und setzt um!“

Ein Teilnehmer (nennen wir ihn Ulf) berichtet davon, dass er eine Word-Datei mit Jahres-, Quartals- und Monatszielen hat. Alles schön und gut, seit einiger Zeit schiebt er ein Telefonat vor sich her und hadert mit sich.
(Am nächsten Tag wird er den Kunden kontaktiert haben und einen verbindlichen Termin ausgemacht haben.
Glückwunsch, Ulf!)

Wo wir so schön beim Erzählen sind, hat auch Stefan Frädrich eine kleine Geschichte zum Thema Durchhalten parat. Mit seinem Hund ist er mal in einem See geschwommen, nach Dreiviertel der Strecke konnte der Hund nicht mehr und ist umgedreht. Er hat nicht verstanden, dass  durchzuhalten leichter gewesen wäre.
Wenn wir nicht losgehen und unangenehme Aufgaben verschieben, ist dies meist nur eine Folge von wenig erbaulichen Selbstgesprächen. Stefan Frädrich erinnert sich daran, dass bei Depressiven geholfen hat, ihnen zu sagen: „Ich verbiete Dir, negativ mit Dir zu sprechen.“ „Wie soll das gehen?“ „Sag anstatt ‚Ich kann nicht!‘ ‚Ich kann‘!“
Er kritisiert die in Deutschland weit verbreitete Erlaubnislähnung, wir warten darauf, dass jemand sagt: „Du darfst das“, da wird keiner kommen, das darf (!) ich mir schon selbst sagen.

Entscheide Dich, wer Du sein willst

Das folgende Beispiel für den Kampf mit Günter ist mir wohlbekannt: Frühmorgens klingelt der Wecker und sagt „Leg los“, Günter sagt „Leg dich wieder hin“. Auch Stefan Frädrich ist in seiner Schulzeit den Weg zum Bus meistens gerannt. Diese furchtbare Snooze-Taste! Hier würde Trick 17 helfen: Sorge dafür, dass dein erster Gedanke nach dem Aufwachen ist: „Wofür bin ich dankbar?“
Das erinnert mich stark an die Morgenroutine von Laura Seiler, die in ihrem erfolgreichen Podcast „Happy, holy and confident“ davon berichtet, dass ihr erstes Wort beim Aufwachen „Danke“ ist. Dieser Podcast ist für mich eine tolle Quelle der Inspiration und ist eine gute Erinnerung daran,  bewusster den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen.

Günter ist sehr raffiniert in seinen Prokrastinationstechniken (Prokrastination = Aufschieberitis). Er wiegt uns erst in Sicherheit „Klar, heute nehmen wir mal die Treppe und nicht den Aufzug.“ Haben wir dann dreimal die Treppe genommen, schlägt er zu: „Jetzt sind wir 3x die Treppe gegangen, jetzt können wir auch mal Lift fahren.“ Damit ist die Türe geöffnet, nächstes Mal wieder Aufzug zu fahren. Schwuppdiwupp ist ein halbes Jahr vorbei und Dir fällt auf, Du hast genau dreimal die Treppe genommen.

Was fehlt, ist die klare Entscheidung: „Mache ich’s oder mache ich’s nicht?“ Die klare Entscheidung „Ich nehme die Treppe.“ gibt mir die Energie, die ich brauche. „Ich diskutiere doch nicht, ob etwas gut oder schlecht für mich ist, wenn ich weiß, dass es gut für mich ist.“

Günter diskutiert gerne

Die Entscheidung ist nie „Ich nehme die Treppe!“, sondern „Bin ich ein Mensch, der die Treppe nimmt?“ Ab dem Zeitpunkt, ab dem ich verstanden habe, dass ich es 100% in der Hand habe, bin ich frei und die Welt gehört mir!
Mir fällt dazu der TED-Vortrag „How to make hard choices“ von Ruth Chang ein: Sie rät, sich bei schwierigen Entscheidungen folgende Frage zu stellen: „Was für ein Mensch will ich sein?“ Ich finde diese Frage einfach wie genial. Wenn ich mir diese Frage ernsthaft beantworte, enttarne ich damit alle Ausreden und komme dem näher, was ich im Leben wirklich will. Viel besser als jede komplizierte, gewichtete Pro-Contra-Liste.

Am Ende dieses Parts kündigt Stefan Frädrich eine fette Enttäuschung an: „Es gibt keinen inneren Schweinehund!“ Das sei nur eine Metapher für Programme, die im Gehirn ablaufen. Schade!

Da ist er wieder: Der Sinn

Nach der getroffenen Entscheidung gilt es, diese auch umzusetzen. Wenn ich das nicht hinkriege, ist entweder Sinn oder Schmerz nicht groß genug.

Weg vom Schmerz oder hin zum Sinn

Ein Beispiel für einen großen Sinn gibt er im Anschluss. Er hat eine Aufgabe für die Frauen im Raum, die sich vorstellen sollen, sie bekämen große Gewichte in die rechte und die linke Hand, müssten so 3 Stunden herumlaufen, sich immer wieder aus- und anziehen und am Ende würden Sie viel Geld verloren haben. Da hat natürlich keine der anwesenden Frauen Lust drauf. Dann gibt Stefan Frädrich dem ganzen einen Sinn: „Ihr nennt das: Shopping!“ Großes Gelächter, vor allem der Männer im Raum. Die Frauen fühlen sich ertappt. Manchmal sind Klischees was Wunderbares! Natürlich geht das Ganze auch mit den Männern z.B. mit Fußball.

Dreiklang der Hormone

Nach und nach wird es es wissenschaftlicher. Drei Hormone werden heute noch eine Rolle spielen.

Los geht’s mit dem Dopamin, dass dafür sorgt, dass wir uns auf den Weg machen. Leider kann man das nicht kaufen, das müssen wir schon selbst erzeugen. Und am besten geht das mit einem Sinn für unser Tun – und wenn es auch nur das kleine Kügelchen ist, dass wir Männer auf dem Pissoir immer wieder ins Tor schießen.

Jetzt kommt das Flipchart zum Einsatz. Stefan Frädrich zeichnet einen Park mit Tiefschnee (naja, er zeichnet ein Viereck) und stellt die Frage: „Wie bekomme ich Günter da rein?“ Das war wohl eine rhetorische Frage, denn die Antwort folgt prompt: „Indem ich eine Fressbude (Ein Viereck mit einem F drin) ans andere Ende baue = ein attraktives Ziel“
So macht sich Günter also auf in den Tiefschnee und geht Schritt für Schritt der Fressbude entgegen, cool!

Es ist Zeit, mit einem weit verbreiteten Denkfehler aufzuräumen: Viele denken: „Wenn ich losgehe, ermüde ich.“ Falsch! Wenn ich nicht anfange, werde ich träge! Wenn ich losgehe, komme ich in Schwung! Wenn einmal in Schwung, wird das System selbsterhaltend. Schließlich geht es nicht um das Ergebnis, sondern um das Handeln. Dafür muss man sich nur einen bestimmten Menschentyp anschauen, der eigenmotiviert durch das Leben rennt, vieles intuitiv richtig macht und eher chancen- statt risikenorientiert ist: Kinder! Viele Kinder lieben das Puzzlen. Und was machen sie, wenn das Puzzle fertig ist? Sie machen es kaputt und fangen wieder von vorne an.

In der Zwischenzeit ist Günter immer wieder zur Fressbude und zurück gelaufen, es ist eine Spur entstanden und von Mal zu Mal wird es leichter. Irgendwann geht es automatisch. Leider geht dann die anfängliche Leidenschaft oft verloren und wir schalten vom Abenteuermodus in den Routinemodus.

Am Ziel angekommen, kommt das zweite Hormon ins Spiel: Endorphin. Wenn ich mir dann mal eine Pause gönne und entspanne, wird Nummer Drei ausgeschüttet: Serotonin.

Perfekt ausbalanciert wäre ein Leben, in dem ich mich in verschiedenen Bereichen gerade in 1 (Dopamin), 2 (Endorphin) und 3 (Serotonin) befinde. Wichtig dabei ist, sich auch die Ruhephasen zu gönnen und nach der Erholung wieder ins Handeln zu kommen.

Das Gehirn, es verknüpft

Es folgt ein wenig Gehirntheorie. Stefan Frädrich erklärt, wie Nervenzellen Erfolge und Kompetenzen speichern und Nervenverbindungen verstärken. Wir lernen am besten bei hoher emotionaler Intensität und vielen Wiederholungen. Bei hoher emotionaler Intensität (starker Schmerz bei Berühren der Herdplatte) reicht auch eine Wiederholung.

Wir machen eine kleine Übung, um Verknüpfungen im Gehirn offenzulegen: „Sagt mal das erste Wort, das Euch spontan einfällt.“ Bei schwarz sagen alle weiß und bei Mann sagen alle Frau. Ich fühle mich versetzt in eine Vorstellung im Improvisationstheater. Dort fragen wir vom Publikum Begriffe ab, die uns als Inspiration für die nächste Szene dienen. Der Klassiker ist: „Nennt mal ein Werkzeug.“ Alle: „Hammer!“

Diese stabilen Verknüpfungen oder auch tiefe Spuren im Tiefschnee sind gut, wenn die Umgebung stimmt und sich nicht ändert. Doch was passiert, wenn die Fressbude im Park versetzt wird? Dann sagt Günter „Wir nehmen mal den alten Weg, ist bequemer. Die Fressbude wird schon wieder zum alten Standort kommen.“

Zeit für eine neue Spur im Schnee

Das ist sie also, die Komfortzone oder auch Günters kleine Welt. Schönes Beispiel beim Flirten: Günter sagt: „Die sprichst Du an“ und ergänzt „wenn Du sie beim nächsten Mal siehst.“ So lernt das Gehirn „Wenn Du die nicht ansprichst, bleibst Du am Leben.“

Wir müssen uns angewöhnen, über die Grenze hinauszugehen, dann lernen wir, dass Grenze gar nicht da ist, sondern nur in unserem Kopf existiert.

Keine Angst!

Und doch gibt es etwas, was uns davon abhält, es zu tun: Angst! Heute gibt es nur noch wenige Situationen, in denen wir wirklich Angst um unser Leben haben. Kurz geht Stefan Frädrich auf die Ur-Ängste (Angst vor 1. Misserfolg, 2. Überanstrengung) ein und konzentriert sich schließlich auf 3. die Angst vor sozialer Zurückweisung.
Er schildert ein Experiment, das Wissenschaftler mit Affen unternommen haben. Es geht um Verhalten, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne zu hinterfragen, aus welchem Grund das so gemacht wird. Die Affen machen das so, weil sie zur Gruppe dazu gehören wollen. Genial erklärt von einer jungen Dame.

Dass dies nicht nur bei Affen so läuft, zeigt das folgende Video:

Dieses Verhalten lässt sich auch in vielen Unternehmen beobachten. Sprüche wie „Frag nicht. Das macht man hier halt so!“  hast Du vielleicht auch schon mal gehört.

Selbstständige und Angst

Gerade für Selbstständige ist es wichtig, sich der Angst vor Misserfolg zu stellen: „Nebenbei machen geht nicht, mach 100%.“ Ein Teilnehmer (nennen wir ihn Sören) bringt ein Beispiel aus dem Krieg. Vor einer entscheidenden Schlacht ließ ein gewiefter General die Schiffe für den Weg zurück versenken. Damit gab es nur noch Plan A, die Schlacht gewinnen. Und am Ende haben die Jungs gewonnen. Glückwunsch!

Auch die Angst vor Überanstrengung kann im Weg stehen. „Kläre für Dich, wie wichtig es ist, Deinen Plan umzusetzen.“ Einige haben dann so etwas wie Angst vor dem Erfolg: „Wenn der Kunde mich bucht, könnte es ja anstrengend werden.“

Innere Haltung: Dinge im Leben gehen mal schief. Nicht nur Dinge, die wir wollen, auch die, die wir planen.
Wenn in die Scheiße, dann mit Anlauf!

Kurze Verwirrung beim Autor

Ich weiß nicht, ob es an meinen wirren Notizen liegt. Ich habe den Eindruck, dass Stefan Frädrich in seinem Vortrag gerne mal zwischen den einzelnen Themen hin- und herspringt und gerne mal wieder zum vorigen Thema zurückgeht, um dann direkt mit dem übernächsten Punkt weiterzumachen. Als nächtes habe ich notiert: „Es geht heute nicht um Motivation, es geht um Emotion.“ Dem stimme ich vollkommen zu und ich habe keine Ahnung, wo das jetzt reinpasst.

Günter weiß, wo’s lang geht. Vielleicht…

Kleine Veränderungen statt Umkrempeln

Für die Perfektionisten unter uns, die viel zu fokussiert unterwegs sind, rät Stefan Frädrich zur Tribünentaktik. Mal runter vom Spielfeld und hoch auf die Tribüne, um den eigenen Gedanken zuzuschauen: „Ich sollte, ich muss, ich darf nicht.“ Das sind nur Gedanken! Was passiert, wenn ich jeden Gedanken ernst nehme? Ich kriege nichts gebacken!
Die Macht der Gedanken ist groß, denn die Art, wie Du Dinge betrachtest, bestimmt, wie Du Dich fühlst.

Für alle gilt es, volle Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Es gibt immer die drei Optionen: Love it, change it or leave it. Er räumt auf mit dem klassischen Credo aus Motivationsseminaren: „Du musst Dein ganzes Leben umkrempeln!“ Besser ist es, kleine nachhaltige Veränderungen zu machen. Letztens hörte ich dazu den Podcast „Abenteuer Problemlösen“ des Teilnehmers Georg Jocham, der in einer Folge von Mini-Habits schwärmt, also kleinen Gewohnheiten, die auf Dauer einen großen Unterschiede machen können, hörenswert!  Hier geht’s zu der Mini-Habits-Folge von Georgs Podcast.

Bring Dein Leben in Balance

Zum Abschluss des Günter-Prinzips gibt es noch ein paar handfeste Lebenstipps:

Das Leben sollte in allen sechs Bereichen ausbalanciert sein:

Günter in der Schule des Lebens

1. Familie und 2. Umfeld:
Stefan Frädrich ist hier sehr klar, streng und auch restriktiv.
Es gibt Leute, die kommen in den Raum, da gehts Licht an und andere, da gehts aus und er folgt dem Leitsatz: „Umgib Dich mit Menschen, die Dir Energie spenden.“

3. Job und 4. Geld:
Such Dir nen Job, von dem Du leben kannst und den Du liebst.
Wichtige Info für alle: Wir leben auch, während wir arbeiten! Ich bin dafür, das Wort „Work-Life-Balance“ aus dem Wortschatz zu streichen und durch Life-Balance zu ersetzen.

5. Gesundheit:
Die EPIC-Norfolk Prospective Population Study hat 4 Verhaltensweisen identifziert, die zu einem längeren und gesünderem Leben führen. Menschen, die alle vier Faktoren berücksichtigt haben, lebten 13 Jahre länger als Menschen, die keinen der vier Faktoren eingehalten haben. Quelle:
Hier sind die 4 Verhaltensweisen für ein längeres Leben:
1. Rauche nicht.
2. Beweg Dich, mach Sport. (Jeden Tag ne halbe Stunde bewegen)
3. Ernähre Dich gesund (Obst, Gemüse).
4. Trinke (wenn überhaupt) wenig Alkohol

Wenn das so ist, werde ich richtig alt, yippie!

Welche Sportart darf’s denn sein, Günter?

Mein Eindruck ist, dass dieses Thema Stefan Frädrich sehr am Herzen liegt. Sehr leidenschaftlich und eindringlich redet er uns ins Gewissen, gesund zu leben. Er ist da auch kein Heiliger, wie er selbst sagt. Als ehemaliger Kettenraucher gibt er jetzt Nichtraucher-Seminare.

Lesen ist auch wichtig, denn erfolgreiche Menschen lesen. Was macht denn dieser Satz hier?

Weiter mit 6. Persönliche Werte:
Kenne Deine persönlichen Werte!

Übernimm die Verantwortung für Dein Leben

Weiter gehts mit den 4 Günter-Rassen: Routine-Günter („nichts verändern!“), Besserwisser-Günter („das kann theoretisch gar nicht sein“), Cholero-Günter („schwarz oder weiß“), 4. Aktions-Günter (verhungert im Tiefschnee). Welcher Günter auch immer bei Dir am Start ist, sei Dir erst mal dessen bewusst und suche nicht nach Ausreden.

Nachdem uns Stefan Frädrich den wunderschönen Ohrwurm „Jede Zelle Deines Körpers ist glücklich“ ins Ohr gesetzt hat, begibt er sich auf die Zielgerade und feuert eine ganze Reihe von einfachen guten Ratschlägen ab.
Hier mein persönliches Best of:

  • Mach es positiv mit Worten, mach Dich nicht runter mit Worten
  • Krieg Deine Angst in den Griff
    (Schlimmste Angst: Jemand mag mich nicht mehr, wenn ich meinen Weg gehe, wenn ich mache, was ich will.)
  • Lebe im Moment
  • Schreib Tagebuch, schreib Deine Wünsche auf!
    Das mache ich seit einem knappen Jahr mit der App Grid Diary. Gutes Tool, um bewusster durchs Leben zu gehen.
  • Entscheide dich, sonst entscheidet wer anders
  • Keine Zeitfresser! Stefan Frädrich: „Wenn Ihr mich sauer machen wollt, klaut mir Zeit!“
  • Küss den Frosch: das Unangenehmste annehmen und als Erstes erledigen
  • Mach es Schritt für Schritt
  • Finde Menschen, die es besser können

Und jetzt: Treffe eine Entscheidung und setz die Entscheidung leidenschaftlich um!

Wenn Dir ein Problem begegnet, mach es zu Deinem Freund, es ist genau für Dich da. Der Trainer von Freitag (Steve Kroeger) würde es so ausdrücken: „Was will mir das Leben damit sagen?“

Nach dem Günter-Rezept (u.a. Sinn & Stärken finden, anfangen, mit Spaß handeln) gibt es noch das versprochene Rezept für Schwarzwälder Kirschtorte.

Günter kocht, streng nach Rezept

Jetzt malt Stefan Frädrich wieder am Flipchart. Nach drei Tagen volle Dröhnung zum Thema Motivation und über 100 Seiten Notizen stellt sich bei mir ein leichter Ermüdungseffekt ein. Durchhalten ist angesagt, es geht um mein Leben:
Auf dem Flipchart erkenne ich eine Linie von links nach rechts, die Lebenslinie. Am Anfang dieser Linie, also am Anfang des Lebens gibt es noch ganz viele relevante Ereignisse, die durch Striche auf der Lebenslinie dargestellt werden. Wenn wir mal über 30 sind, gibt es davon nicht mehr so viele in unserem Leben. Wir erleben nicht mehr viel Neues und vor allem nehmen wir viele Dinge nicht bewusst wahr. So haben wir das Gefühl, dass unser Leben an uns vorbei rast und viel schneller vergeht.

Es ist an der Zeit, die Momente des Lebens wieder bewusster zu erleben und sogar zu genießen.

Ein schöner Appell, mit dem dieser Erlebnisbericht gut enden könnte. Doch einen Impuls und einen Abschlussatz hat Stefan Frädrich noch in petto:

„Mach jeden Tag in Deinem Leben was Neues: Wag dich raus aus der Komfortzone! Leben ist das, wo ich noch nicht war. Und ab und zu 2-3 Tage Pause machen!“

Und zu guter Letzt wirklich der letzte Satz:
„Ihr müsst nichts umsetzen, ich würds aber raten!“

Fazit

Auch der zweite Teil der Stefan-Frädrich-Motivationsshow überzeugt. Die Inhalte sind leicht verdaulich aufbereitet, auch durch die Illustrationen mit Günter, dem inneren Schweinehund. Die Mischung aus Unterhaltung und Bildung, wissenschaftlich fundierte Erläuterungen gemischt mit Comics und Videos, erreicht meinen Verstand und mein Herz.

In Kombination mit Teil 1 eine richtig gute Motivationsspritze, die für mich genau zur richtigen Zeit kommt.

Ich setze dann mal mit Leidenschaft um! Das Ergebnis liest Du gerade, wenn Du bis hierhin gelesen oder auch nur gescrollt hast, immerhin!

Jetzt Du

Was hast Du in letzter Zeit erfolgreich umgesetzt?
Schreib mir dazu gerne in den Kommentaren.

2 Gedanken zu „Dr. Stefan Frädrich – Das Günter-Prinzip (Teil 2): Der Erlebnisbericht

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